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Der „Herscheklas“

Der Herrscheklas

Trompetenzwerge

Der Nikolaus trägt in Zella-Mehlis und anderen Orten Südthüringens den Namen „Herrscheklas". In den Frankenlanden zogen früher am 6. Dezember vermummte Burschen mit Peitschenknallen und Gejohle als Herrscheklase durch die Dörfer. Vielleicht stammt der Brauch noch von unseren keltogermanischen Vorfahren – angeblich ähnelt er dem Wotan-Kult. Die Bedeutung des Wortes „Herrscheklas" ist unklar. Mutmaßlich soll es mit dem Hirsch (oder Rentier) als germanischer Kultgestalt und mit dem Namen Nikolaus (Klaus) zu tun haben. Noch heute ziehen mancherorts, im Fränkischen oder in der Rhön, am Heiligabend junge Männer mit einem in Stroh gewickelten Burschen (dem Herrscheklas) Peitschen knallend durch den Ort und verteilen an die Kinder Süßigkeiten, wofür sie Schnaps oder Geld bekommen. Auch der Schmalkalder Weihnachtsmarkt hat seinen Namen vom „Herrscheklas". Dort auf dem Altmarkt stand im 14. Jahrhundert eine Kapelle, welche dem heiligen Nicolai - dem Schutzpatron der Reisenden und Kaufleute - gewidmet war. In der hiesigen Mundart, sie liebt sprachliche Verkürzungen,wurde aus dem Nikolaus ein Klaus, ein herrischer Klaus, eben der „Herrscheklas". Heute kommt er allerdings weniger herrisch daher, in einer Kutsche fahrend zieht er am ersten Freitag des „Herrscheklas-Marktes" durch Schmalkalden zum Altmarkt, wo er, von einheimischen Bäckern gefertigte, „Herrscheklas-Lebkuchen" verteilt.

Schornsteinnikolaus