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Der Obelisk am Rondell bei Oberhof

Obelisk

Verfolgt man die Straße nach Suhl, so prangt auf deren höchstem Punkte, wo sie vom Rennstieg durchschnitten wird, eine gothische Steinsäule, mit der Inschrift: „Herzog Ernst zu Sachsen erbaute diese Straße zur Höhe des Gebirges 2572 par. Fuß, 183032", und auf der anderen Seite: „Heil dem schaffenden Sinn, der zum freundlichen Garten die Wildniß Umschuf und der Natur Schrecken in Lieblichkeit kehrt." Dazu die Wappen von Thüringen, Meißen, Hessen und Sachsen. Man nennt diese Stelle das Rondel.
                                                                    (Aus: Heinrich Schwerdt, Album des Thüringerwaldes, Leipzig 1859)


Monument

Wer sich von Zella-Mehlis nach Oberhof per Fuß, per Skier oder per Auto begibt, wirft unweigerlich unterwegs zumindest einen kurzen Blick auf den Obelisk am Rennsteig. Manch Wander- und Heimatfreund nimmt sich die Zeit, dieses Denkmal einmal näher unter die Lupe zu nehmen.

Unser Bild oben zeigt den Obelisk am Pfanntalsrasen als der höchste Punkt einer ehemaligen Kunststraße um das Jahr 1910, der zugleich ein Denkmal der Verkehrsgeschichte ist und 1834 errichtet wurde. Mit dem Bau der Kunststraße eng verbunden ist der Name von Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg-Gotha (1784-1844).

Der damalige Bau der Kunststraße von Ohrdruf nach Zella St. Blasii muss als ein interessanter politischer Akt verstanden werden, schließlich ging es um eine Verbindung zwischen Preußen über Sachsen-Coburg-Gotha und Sachsen-Meiningen in Richtung Süddeutschland. Damals hatten sich die mitteldeutschen Staaten gegen eine deutsche Zollunion gestellt.

Preußen wirkte 1829 mit einem mit den Herzogtümern Sachsen-Coburg-Gotha und Sachsen-Meiningen geschlossenen Straßenbauvertrag dieser Position entgegen. Herzog Ernst I. erließ am 31. Januar 1831 das Gesetz zur Förderung des Straßenbaus. So entstand u.a. die Straße von Ohrdruf über Oberhof nach Zella St. Blasii in den Jahren 1830–1832. Politischer und wirtschaftlicher Hintergrund der Unterstützung des Straßenbaus durch Preußen war die Tatsache, dass das Königreich Preußen eine Verbindung zu seinen Enklaven, den Landkreisen Schleusingen und Schmalkalden, erhielt und in der Zukunft ein zollfreier Verkehr möglich sein sollte. Unter der Führung von Preußen schlossen sich damals 18 deutsche Staaten zum Deutschen Zollverein zusammen. Am 1. Januar 1834 hoben sich die Schlagbäume im größeren Teil Deutschlands und die Fuhrleute konnten zollfrei die Landesgrenzen passieren. Es war ein Schritt in Richtung der Entwicklung eines nationalen Marktes in Deutschland.

Monument
Verlagslogo

Das Logo des Verlages zeigt den Obelisk und die Jahreszahl 1990 sowie die Buchstaben JV und ZM. Die Jahreszahl verrät das Gründungsjahr des Verlages. JV und ZM stehen für Heinrich-Jung-Verlag und Zella-Mehlis. Der Blick vom Obelisk in alle 4 Himmelsrichtungen steht für die Leserschaft des Verlages. Der 100. Titel des Verlages - „REIMAHG-Werk ‚Lachs'" - wird im Februar/März 2013 übrigens vor allem Leser in Belgien, Deutschland, Italien, Russland und den Niederlanden interessieren.